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Sicherheit und Gesundheit

TECH. INFO.

SICHERHEIT UND GESUNDHEIT

GESUNDHEITS- UND SICHERHEITSMASSNAHMEN BEI SCHWEISS- UND SCHNEIDANWENDUNGEN

Beim Schweißen und Schneiden bilden sich für den Schweißer, gesundheitsschädliche Rauche, Stäube und Gase. Schweißer müssen sich gemäß den Gesundheits-und Sicherheitsbestimmungen (UVV 26.0) vor den Schadstoffen, die sich beim Schweißen, Schneiden und entsprechenden Verfahren bilden, schützen. Daher müssen die Arbeitsbereiche abhängig vom Schweißverfahren, Material und Anwendungsbedingungen, so geplant und ausgestattet sein, dass eine Atmung sauberer Luft, frei von Schadstoffen gewährleistet ist.

  • Schweißrauche müssen von der Stelle, an der sie sich bilden, abgeführt werden;
  • eine technische Lüftung muss gewährleistet sein;
  • eine gewöhnliche Lüftung muss erfolgen;
  • sonstige Lüftungsverfahren sollten nicht angewandt werden;


oder

  • es sollten eine oder mehrere der oben aufgeführten Maßnahmen zusammen angewandt werden.


Materialsicherheitsblatt

Für jedes OERLIKON Schweißzusatz steht ein Sicherheitsblatt mit Sicherheitsinformationen zur Verfügung. Diese Materialsicherheitsblätter enthalten folgendes:

a) Schädliche Zusammensetzungen,
b) Schäden, die durch den Einsatz dieses Materials auftreten können,
c) Erste Hilfe Regeln,
d) Grenzwerte, die für den Arbeitsbereich notwendig sind,
e) Abfallentsorgungsmassnahmen.

Sie können die Materialsicherheitsblätter der Materialien, die Sie verwenden von OERLIKON beantragen.

Neben den Inhalten der Schweißzusätze, können auch Lichtbögen, in Verbindung mit hohen Temperaturen, Schadstoffe entstehen lassen. Diese Schadstoffen können sich aus folgenden Gründen bilden:

* metallische Beschichtungen, Galvanisierung (Zink), Blei,
* Lackierungen, Zink und Bleilackierungen,
* Kontamintionen wie Oberflächen-Schutzkomponente, Öl, Schmiere

beim Schweißen von Metallen die Blei, Cadmium, Zink, Chrom beinhalten ist besondere Vorsicht geboten. Denn diese Elemente bilden Schad- und Giftstoffe. Dies gilt auch für Materialien, die Plastik, Öl oder Schmiere auf der Oberfläche beinhalten. Werkstoffe die auf der Oberfläche Zusammensetzungen wie Salzsäure-oder Kohlenwasserstoff haben, müssen vor dem Schweißen von diesen Zusammensetzungen befreit werden. Denn während dem Schweißen können diese zur Bildung von giftigen Phosgenen (MAK; 0,1 ml/m3) führen.

Belüftung

Um im Arbeitsumfeld nicht an die MAK-Werte der zu inhalierenden Luft zu kommen, muss in jedem Fall eine natürliche oder technische Belüftung durchgeführt werden. Diese Belüftungsart muss die Bedingungen, die in der Tabelle 1 und 2 aufgeführt sind erfüllen.

Die in der Tabelle 1 aufgeführten Lüftungsverfahren, sind entsprechend der Konzentration der Schadstoffe je nach eingesetztem Schweißzusatz und Umhüllungsart aufgelistet. Die in der Tabelle 2 aufgeführten Lüftungsverfahren, sind entsprechend der Konzentration der Schadstoffe je nach eingesetztem Werkstoff und Umhüllungsart aufgelistet.

Es hängt auch von der Lüftungsart und gleichzeitig von der Flammen- oder Lichtbogendauer ab. Unter der Definition "Kurze Dauer" versteht man Flamme- oder Lichtbogendauer von einer ½ Stunde pro Tag oder 2 Stunden pro Woche Unter der Definition "Längere Dauer" versteht man die Überschreitung dieser Zeiten.

Es muss auch beim Schweißen im Freien sichergestellt sein, dass die Luft die eingeatmet wird keine Schadstoffe enthält. Beim Schweißen in engen und geschlossenen Bereichen, muss gemäß den Bestimmungen in dem Artikel 29 der UVV 26.0, die kontaminierte Luft abgeführt oder mit einer Belüftung eine saubere Luft des Arbeitsbereichs gewährleistet sein.


Tabelle 1 Belüftungsart, gemäß dem eingesetzten Schweißverfahren und -zusatz.

VERFAHREN

SCHWEISSZUSÄTZE

Beim Schweißen von beschichteten Stählen

Unlegierte und niedriglegierte Stähle,
Aluminiumlegierungen

Starklegierte Stähle,
Metalle - außer Eisen
(außer Aluminiumlegierungen)

k

u

k

u

k

u

Schmelzgasschweißen
fest
tragbar


F
F


T
T


T
F


A
A


T
F


A
A

Schweißen mit umhüllten Stabelektroden
fest
tragbar


T
F


A
T


A
T


A
A


A
T


A
A

Mig/Mag Schweißen
fest
tragbar


T
F


A
T


A
T


A
A


A
T


A
A

Wig-Schweißen
fest
tragbar


F
F


T
F


F
F


T
T


F
F


T
T

Unterpulver-Schweißen
fest
tragbar


F
F


T
F


T
F


T
T


T
F


T
T

Staub sprühen

A

A

A

A

-

-

 

k: Kurze Dauer

 

F: natürliche Belüftung

   

u: längere Dauer

 

T: technische Belüftung

   
   

A: Absorption der Schadstoffe an der Entwicklungsstelle

   
             

Je nach Bedarf an Belüftung kann für die Arbeitsbereiche verschiedenes Belüftungszubehör ausgewählt werden. Z. B. Beispiel;

Rauchsaugsystem am Schweißbrenner, an der Schweißermaske oder Kopfmaske,
Tragbare Rauchsaugsysteme
Rauchabzugskamine die in die Nähe des Werkstoffs oder in den Arbeitsbereich gebracht oder montiert werden können

Gemäß UVV 26.0, Artikel 29; für Bereiche, die weniger als 100 m3 Luftvolumen haben oder deren Länge und Höhe weniger als 2 m sind und keinen natürlichen Luftstrom besitzen, kann man als "Innenbereich" bezeichnen.

Innenbereich: Fensterlose Keller, Dielen, Rohrleitungen, Gruben, Tanks, Kessel, Container, Zellen- und Tanks beim Schiffsbau. Damit beim Schweißen in Innenbereichen sich keine Schadstoffe bilden, keine entzündbaren Gase anstauen oder der Sauerstoff sich nicht verringert, werden Rauchabsorptionssysteme oder künstliche Belüftungsverfahren eingesetzt.

Dort wo Rauchabsorption oder technische Belüftung nicht möglich ist, müssen geeignete Atmungsausrüstungen eingesetzt werden. Beim Sauerstoff-Gas-Schweißen, Schneiden mit Flammen und bei Wärmebearbeitungen, die die Bildung von Stickstoffmonoxid über den akzeptablen Grenzwert in Innenbereichen verursachen können, sollte der Belüftung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Vorsicht!!! Da in Innenbereichen ernsthafte Unfallgefahr, aufgrund von Verbrennungen besteht, ist es nicht erlaubt mit Belüftungen mit dem Einsatz von Sauerstoff durchzuführen.



Tabelle 2 Belüftungsmethoden bei Verfahren, bei denen keine Schweißzusätze eingesetzt weden.

VERFAHREN

SCHWEISSZUSÄTZE

SCHWEISSEN VON BESCHICHTETEN EDELSTÄHLEN

Unlegierte und niedriglegierte Stähle,
Aluminiumlegierungen

Starklegierte Stähle,
Metalle - außer Eisen
(außer Aluminiumlegierungen)

k

u

k

u

k

u

Wärmebehandlung mit Flammen,
Biegung mit Flammen

F

T

F

T

F

T

Härtung mit Flammen

F

T

-

-

-

-

Gestalten mit Flammen

F

T

-

-

-

-

Schneiden mit Flammen
fest
tragbar


F
F


T
T


A
T


A
A


T
T


T
T

Aushöhlung

F

T

-

-

T

T

Entfernung von Zunder mit Flammen
fest
tragbar


A
F


A
T


A
A


A
A


-
-


-
-

Wig-Schweißen
fest
tragbar


F
F


T
F


F
F


T
T


F
F


T
T

Schneiden mit Plasma
fest
tragbar


A
F


A
T


A
T


A
A


A
T


A
T

Lichtbogen-Sauerstoff-Schneiden,
Lichtbogen-Luft-Schneiden
fest
tragbar



T
F



A
T



A
T



A
A



T
F



A
T

Stirn-Schweißen

T

A

A

A

T

A

Sonstige Widerstand-Schweißverfahren

F

F

F

T

F

T

 

k: Kurze Dauer

 

F: Natural ventilation

 

u: längere Dauer

 

T: Technical ventilation

 
     

A: Intake of hazardous materials where they are formed

 
 

Atmungsschutz

In Fällen in denen die Belüftung nicht ausreichend ist, sollten dem Schweißvorgang entsprechend, Atmungsgeräte eingesetzt werden. Atmungsgeräte geeignet für Schweißvorgänge: Atmungsgeräte mit Schlauch und Atmungsgeräte die Druckluft beinhalten. Falls die Atmosphäre im Arbeitsbereich nicht mindestens 17% Sauerstoff beinhaltet, ist es empfehlenswert je nach Bedarf Filter mit Schutzeigenschaften einzusetzen. Jedoch ist es nicht erlaubt, dass diese Filter in geschlossenen Bereichen wie Container, Rohrleitungen, Tanks, Waggons u. Ä. eingesetzt werden.

Luftversorgung

Die von den Arbeitsbereichen absorbierte Luft kann wieder zurückgeführt werden, aber erst nachdem es von Schadstoffen befreit wurde. Falls die Konzentration der gesundheitsschädlichen Stoffe die MAK-Werte nicht um ¼ überschreitet, wird die zurückgeführte Luft als ausreichend gereinigt akzeptiert. Falls der Schweißrauch in kanzerogenem Ausmaß Nikelverbindungen oder Chromverbindungen oder ähnliche Stoffe enthält, sind gemäß den Sonderbedingungen, Belüftung und Luftversorgung durchzuführen.

Personenschutzausrüstung

In Tabelle 3, sind die gemäß dem UVV 26.0 "Schweißen, Schneiden und entsprechende Vorgänge" Personenschutzausrüstungen die bei verschiedenen Schweiß- und Schneidevorgängen vom arbeitenden Personal benutzt werden soll, aufgelistet.

Tabelle 3. Schutzausrüstungen Koordination für verschiedene Schweißverfahren

PERSONENSCHUTZAUSRÜSTUNGEN
(als Regel)

SCHWEISSER-
SCHUTZMASKE-GLASFILTER

DIN 4646
DIN 4647 T.1

SCHWEISSER-
BRILLE


DIN 58211 VwB 6, 7

GESICHT- UND KOPF-
MASKE


DIN 58214 VwB 6, 7

SCHWEISSER-
HANDSCHUHE

DIN 4841
Section 4

LEDERKITTEL ODER SeS

Verfahren

Schutzfaktor

Schweißen mit umhüllter Elektrode

9 - 14

-

X

X

X

Mig/Mag Schweißen

10 - 15

-

X

X

X

Wig-, Plasma-Schweißen

5 - 14

-

X

X

(X)

Lichtbogen - Schneiden

10 - 15

-

X

X

X

Plasmaschneiden

11 - 13

-

X

X

X

 

X: erforderlich

       

(X): in manchen Fällen erforderlich

       

-: nicht empfehlenswert

       

SeS: Schutzkleidung mit Flammenschutz

       

VwB: Anwendungsbereich

       
 

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